Ein weit verbreitetes Verständnis des Konzepts der „Datensouveränität“ setzt diese mit „digitaler Souveränität“ gleich. Ein Staat besitzt digitale Souveränität, wenn er bei der Gestaltung des Einsatzes digitaler Technologien auf seinem Staatsgebiet grundsätzlich frei entscheiden kann und nicht von den Entscheidungen anderer Staaten oder ausländischer Konzerne abhängig ist.

Das Konzept der „digitalen Souveränität“ fußt auf dem engeren Konzept der „individuelle Datensouveränität„. Datensouveränität wird hier individuell gedeutet und meint dann die Kontrolle einer natürlichen oder juristischen Person über die sie selbst betreffenden oder ihr zustehenden Daten.

Daraus ergeben sich die Fragen für uns als Individuen und den Staat, in dem wir leben: WIE DATENSOUVERÄN SIND WIR?

Gehen wir davon aus, dass zukünftige Aggressoren nicht davor zurückschrecken werden, digitale Dienste anzugreifen oder einfach: abzudrehen. Was würden passieren, wenn es in Österreich – oder in der EU – plötzlich kein Office 365 mehr geben würde, weil der amerikanische Mutterkonzern auf seine europäischen Töchter durchgreift. Sind wir ehrlich:

  • kein Mailverkehr mehr
  • sehr eingeschränkter Zugriff auf historische Mails (wenn überhaupt)
  • kein Zugriff auf Daten in OneDrive oder Sharepoint
  • keine Web-Konferenzen mittels Teams

Es würde zu massiven Auswirkungen auf die Menschen, Unternehmen – aber auch auf die Behörden kommen. Alle haben sie Dienste von Microsoft.

Wie können wir uns davor schützen und dabei ähnlichen Komfort erleben wie bisher? Hier gibt es gute Ideen, die ich gerne diskutieren würde:

  • Einsatz lokaler oder Cloud-Mailserversysteme
  • Einsatz von Mail-Archivierungslösungen, die dazu noch besser und schneller suchen, als der bekannteste Mailclient, der aktuell im Einsatz ist
  • Einsatz von alternativer Office-Software
  • Einsatz von europäischer Cloud-Storage

… alles auf Basis von Non-Microsoft-Software.

Einschränkungen? Sind vor allem funktional zu erwarten, jedenfalls gibt es am Markt keine nennenswerten Alternativen für MS-Access und OneNote.
Ist mein Gedanke blauäugig? Könnte man sagen, die Optionen und Aussichten sind aber auch nicht nett. Und: Genau genommen muss der Einsatz von Cloud-Software der großen amerikanischen Anbieter als Risikofaktor im Unternehmen in JEDE Risikobewertung aufgenommen werden. Scharf formuliert: Der Einsatz dieser Software und Cloud-Lösungen stellt aktuell ein nicht zu vernachlässigendes Risiko für Unternehmen dar.

Ich bin gespannt auf Ihre/Deine Meinung zu diesem Thema und freue mich auf Deinen Input. Reden wir darüber und finden wir gemeinsame Lösungen!

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